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Aktuelles Datum 23.07.2017 02:35


Aufgaben

Im Paragraph 2 der Satzung des Fischerzeugerrings werden Zweck und Aufgaben des Ringes bestimmt. Um diesen Aufgaben gerecht zu werden, betreut jeder Ringassistent in einem regelmäßigen Turnus das ihm zugeteilte Gebiet.

Zu seinen Aufgaben gehören:
  1. Die Feststellung der Wasserchemie
  2. Die Gesundheitskontrolle/Zuwachskontrolle
  3. Die Beratung

Feststellung der Wasserchemie

Sauerstoffmessung
Sauerstoffmessung

Ein Großteil der Teiche, in denen der fränkische Karpfen abwächst, wird durch Oberflächenwasser gespeist, oder es sind reine Himmelsteiche, die nur gefüllt sind, wenn reichlich Niederschlag vorhanden war und ist. Der Lebensraum der Fische ist nun einmal das Wasser. Stimmt die Qualität des Wassers nicht, ist die Gesundheit und dadurch die Qualität der Fische gefährdet. Bedingt durch das Wetter (Wärme, Kälte, Regen) und anderen Faktoren, z.B. Ausschwemmung von Düngung in der Landwirtschaft, ist das Wasser physikalischen und chemischen Schwankungen unterworfen. Um die Wasserqualität zu beurteilen und optimieren zu können, werden chemische (kolorimetrische) und elektrometrische Meßmethoden angewandt. Folgende Parameter sind für die Fischerei besonders wichtig. Sie sind jedoch stets im Zusammenhang zu beurteilen.

  • Wassertemperatur
    Fische bevorzugen Gewässer mit bestimmten Temperaturbereichen. Werden diese unter- oder überschritten, stellen die Fische die Nahrungsaufnahme und damit das Wachstum ein. Die Temperatur des Wassers ist aber auch als wichtiger Faktor zur Beurteilung anderer Parameter, wie z.B. O2-Sättigung, NH4/NH3 und pH zu sehen.
  • Sauerstoff
    Im Teich spielt der Sauerstoff eine wichtige Rolle für den Abbau von Stoffwechselprodukten (Nitrifikation) und für die Verdauung des Futters. Elektrometrische Bestimmung mit Oximeter oder Titrationsverfahren.
  • pH
    Zu niedrige pH-, bzw. zu hohe pH-Werte können zu Schädigungen der Kiemen und Schleimhäute führen. Elektrometrische bzw. kolorimetrische Bestimmung.
  • NH4
    NH4-Werte in Verbindung mit hohem pH-Wert und hoher Wassertemperatur: Vergiftung der Fische durch NH3 Bildung. Auslösefaktor für Kiemennekrose. Kolorimetrische Bestimmung.
  • SBV
    Um die Naturertragsfähigheit des Teiches festzustellen. Hoher SBV guter Naturzuwachs, niedriger SBV schlechter Natuzuwachs. Titrationsbestimmung.

Im Bedarfsfall erfolgen weitere Untersuchungen auf NO2 (hoher NO2- und niedriger pH-Wert: Blockierung der O2-Aufnahme), NO3 u. PO4. Kolorimetrische Bestimmungen.

Ungünstige chemische Wasserverhältnisse können einerseits zu direkten Schädigungen der Fische führen, anderseits begünstigen sie aber auch den Ausbruch von Infektionskrankheiten.

Gesundheitskontrolle/Zuwachskontrolle

Einsatz des Wurfnetzes
Einsatz des Wurfnetzes
Untersuchung mit dem Mikroskop
Untersuchung mit dem Mikroskop
Wiegen eines Karpfen
Wiegen eines Karpfen

Um den Gesundheitszustand und Abwuchs des Karpfens zu überprüfen, werden mit dem Wurfnetz Probefänge durchgeführt. Die Gesundheitskontrolle umfasst im Wesentlichem die makroskopische und mikroskopische Bestimmung der Ekto- und Endoparasiten, der Mykosen, sowie der bakt. und viralen Erkrankungen. Zur mikroskopischen Untersuchung werden u.a. Schleimhaut-, Darmschleimhautabstriche und Kiemenquetschpräparate hergestellt.

Beratung

Je nach Untersuchungsergebnis wird das Mitglied aufgefordert, sich an den Fischgesundheitsdienst oder an einen Tierarzt zu wenden, damit medikamentöse Maßnahmen durchgeführt werden können. Ziel ist es jedoch, möglichst wenige Medikamente einzusetzen. Durch die Gesamtheit der Untersuchungen und die große Zahl regelmäßiger Betriebsbesuche erhält der Ringassistent einen guten Überblick. Dadurch ist er in der Lage, die einzelnen Parameter nicht isoliert zu betrachten, sondern im Vergleich jahrelanger Messung zu interpretieren. Eine evtl. Erkrankung kann im Frühstadium diagnostiziert werden und den zu erwartenden Problemen kann frühzeitig entgegengewirkt werden Die Teichwirte können in Bezug auf Optimierung der Teichverhältnisse und Bewirtschaftung sowie Betriebskostenreduzierung beraten werden. Rentabilitätsberechnungen können im Gegensatz zu den anderen Tierzuchtringen nur sporadisch in Einzelbetrieben durchgeführt werden.
Es Ist geplant im Jahr 2005 im größeren Umfang Fettmessungen am lebenden Karpfen durchzuführen. Derzeit führt der Fischerzeugerring in Zusammenarbeit mit Dr. M. Oberle (LfL Institut für Fischerei Außenstelle für Karpfenteichwirtsschaft, Höchstadt) Versuchsmessungen in einigen Mitgliedsbetrieben durch. Das Ziel ist, einem höheren Fettgehalt des Karpfens durch gezielte Maßnahmen (Besatz, Fütterung) entgegenzuwirken, und damit dem Verbraucher eine noch bessere Qualität anbieten zu können.

Außerdem sind unsere Ringassistenten berechtigt, die Eigenkontrollen für Aquakulturbetriebe nach §7 der Fischseuchenverordnung durchzuführen.


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Letzte Änderung am 05. Mai 2005
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