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Fischseuchenbekämpfung

Erfassung der Fischhaltungsbetriebe

aus dem Amtsblatt Nr. 07 von 2005

Am 01. Mai 2004 traten zehn neue Staaten der EU bei, die im Jahr 2001 rund 50000t Karpfen und ca. 14000t Regenbogenforellen sowie rund 7400t weitere Süßwasserfischarten produzierten. Zur Förderung der Aquakultur in der EU und zur Sicherung der Fischgesundheit auch im erweiterten Markt, wird auf EU-Ebene die Politik der Fischseuchenbekämpfung konsequent vorangetrieben. Nach wie vor besteht die Gefahr, dass Fischseuchen, wie die VHS (Virale Hämorrhagische Septikämie) und die IHN (Infektiöse Hämorrhagische Nekrose) in Wildfischbestände eingeschleppt werden oder in Forellenbetrieben große Schäden anrichten. Dies gilt in besonderem Maße auch für neue Fischseuchen, was am Beispiel des Koi-Herpes-Virus (KHV), das mittlerweile die Nutzkarpfenbestände in der EU bedroht, besonders deutlich wird. Die Feststellung, woher eine Seuche eingeschleppt wurde und deren weitere Verbreitung ist Voraussetzung für ein schnelles Handeln zum Schutz der Wildfischbestände und nicht betroffener Fischhaltungsbetriebe. Um eine Fischseuche und deren Ausbreitung schnell und effektiv bekämpfen zu können, ist es daher, wie auch in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung, erforderlich, dass jeder Fischzüchter, Teichwirt und Händler entsprechende Aufzeichnungen macht und der zuständigen Veterinärbehörde die Teiche und Anlagen und deren Betreiber in ihrem Landkreis bekannt sind. Gemäß der Fischseuchen-Verordnung (FS-VO), die auch die derzeit geltenden Anforderungen der Aquakultur-Richtlinie 91/67/EWG beinhaltet, ist jeder Betreiber eines Fischhaltungsbetriebes verpflichtet entsprechende Angaben beim Landratsamt/Veterinäramt, in dessen Zuständigkeitsbereich der Betrieb (bzw. Weiher) befindet, zu machen. Die wichtigsten Regelungen sind:

  • Jeder Betreiber eines Fischhaltungsbetriebes hat seinen Betrieb unabhängig von der Fischart bei seinem zuständigen Veterinäramt anzuzeigen (§ 2 FS-VO). Dies gilt auch für nichtgewerbliche Betriebe, die Fische unentgeltlich abgeben oder auch nur für den Eigenbedarf nachzüchten.
  • Wer Fische hält, die für ISA (Infektiöse Anämie der Lachse), VHS oder IHN empfänglich sind (Salmoniden, Hechte) muss außerdem Aufzeichnungen über Zu- und Abgänge von Fischen sowie festgestellte Todesfälle machen (§ 2 FS-VO)
  • Fischzüchter die ISA, VHS oder IHN empfänglichen Fischarten halten, müssen ihren Fischbestand eigenverantwortlich einmal jährlich von einem Tierarzt untersuchen und für Laboruntersuchungen beproben lassen (§ 5 FS-VO). Das Veterinäramt kann Einsicht in die Untersuchungsergebnisse verlangen.
  • Wer für seinen seuchenfreien Fischhaltungsbetrieb eine EU-Zulassung anstrebt, muss zusätzliche Gesundheitsanforderungen erfüllen (§14 FS-VO).

Die Daten sind erforderlich, damit das Landratsamt/Veterinäramt seine gesetzlich vorgeschriebenen Aufgaben hinsichtlich der Erhaltung der Fischgesundheit und der Fischseuchenbekämpfung erfüllen kann. Es ist auch vorgesehen, den zuständigen Stellen der Fischereiverwaltung Daten in anonymisierter Form, also ohne Bezug zum Namen des Betriebsinhabers, für statistische Zwecke zur Verfügung, zu stellen. Dadurch werden Mehrfachbefragungen vermieden und der Forderung nach Verwaltungsvereinfachung und Bürokratieabbau entsprochen. Die Fischereiverwaltung benötigt einen möglichst genauen Überblick über die Zahl der Betriebe und die gesamte bayerische Fischerzeugung, weil nur so der Bedarf an Fördermitteln des zukünftigen Fischerei-Förderprogramms für Bayern festgestellt und bei der Europäischen Union beantragt werden kann. Die Erfassung erfolgt durch ein standardisiertes Formblatt. Dieses erhalten Sie im Landratsamt beim Veterinäramt oder im Sachgebiet "Öffentliche Sicherheit und Ordnung" sowie bei Ihrer Einheitsgemeinde bzw. Verwaltungsgemeinschaft. Das Formblatt ist auch in den Internetseiten des Landkreises eingestellt und kann von dort herunter geladen werden (http://www.kreis-nea.de "Erfassung von Fischhaltungsbetrieben"). Rein vorsorglich wird darauf hingewiesen, dass die Nichtanzeige eine Ordnungswidrigkeit darstellt, welche geahndet werden könnte.
Für fachliche Rückfragen steht das Veterinäramt (Tel. Nrn. 09161/92-600 bis 604, für rechtliche Rückfragen steht das Sachgebiet "Öffentliche Sicherheit und Ordnung" (Tel. Nrn . 09161/92-325 und 320) gerne zur Verfügung.

Landratsamt Neustadt a. d. Aisch - Bad Windsheim Höfler
LkrABI. Nr. 07/2005


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Letzte Änderung am 05. Mai 2005
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