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Aktuelles Datum 22.09.2017 13:30


Schmerzhafter Weg aus der Krise

Neustadt - Einen, wenn auch schmerzhaften Weg aus der Dauerfinanzkrise des Fischerzeugerrings Mittelfranken suchten die Ringmitglieder. Sie stimmten dem Vorschlag der Vorstandschaft zu, die Mitgliedergebühren für die Betreuung durch die Ringassistenten um 25 Prozent zu erhöhen. Andererseits bestehen nach Aussagen von Bezirkstagspräsident Bartsch und des für die Fischerei im Bezirk beauftragten Bezirksrats Schuster aus Thalmässing gute Aussichten, dass der Bezirk den Fischerzeugerring als strukturfördernde Maßnahme sowie bisher weiter bezuschusst. Allerdings muss in Zukunft auf einen der vier tüchtigen Ringassistenten verzichtet werden. Ohne die Entlassung des jüngsten Mitarbeiters wäre eine dauerhafte Sanierung der Finanzen nicht möglich, teilte Thomas Müller-Braun, im Amt bestätigter stellvertretender Vorsitzender mit.

Der Vorsitzende des Rings, Günter Gabsteiger MdL, schilderte noch einmal in seinem Bericht, wie der Fischerzeugerring nach 18 relativ problemlosen Jahren ins Defizit geraten war. Streichungen von Landesmitteln beim Landeskuratorium für tierische Veredelung (LKV) und Kürzungen des Bezirkszuschusses hätten letztlich dazu geführt, dass die Kostenanteile des Rings aus den Mitgliedsbeiträgen nicht mehr zu erwirtschaften waren.

Anders als bei Rinder- oder Schweinehaltern sagte Gabsteiger, würde in ganz Mittelfranken kaum jemand von der Fischzucht alleine leben. Der Nebenerwerbsteichwirt, der ohnehin nur dann einen Gewinn verzeichnen könne, wenn er seine eigene Arbeit nicht rechne, werde angesichts schlechter Preise, der Konkurrenz aus dem Osten und des extremen Fraßdrucks durch den Kormoraneinfall keine zusätzlichen Belastungen mehr verkraften. Eher würden dann die Teiche aufgegeben oder in Angelteiche umfunktioniert, was den ökologischen Wert empfindlich schmälere.

Dr. Christian Proske aus Rohensaas, Präsident des Verbands der Deutschen Binnenfischerei, warb als neutraler Beobachter der Versammlung für die vom Vorstand vorgeschlagene 25-prozentige Beitragserhöhung, weil es keinesfalls sinnvoll sei, den Ring in den schwierigen Zeiten jetzt aufzulösen und später wieder zu versuchen, neue Strukturen dieser Art einzurichten. Die Beitragserhöhung, für die sich zuletzt auch Mitglieder aussprachen, die bisher sehr skeptisch waren, löste bei den anwesenden Bezirksräten Erleichterung aus, denn der Bezirk hatte für eine weitere Förderung es Rings ein selbsttragendes Finanzkonzept zur Bedingung gemacht.

Unter den Gästen waren neben Fischfachberater des Bezirks, Dr. Vordermeyer, die Leiter des Landwirtschaftsamtes Fürth und Ansbach. In Letzterem wird am 6. Und 7. Dezember ein zweitägiges Seminar über eine mittelfrankenweite Neukonzeption der Karpfenzucht und der Karpfenvermarktung stattfinden.

Nur eine Formsache war dann die Neuwahl, die auf dem Programm stand. Günter Gabsteiger als Vorstand wurde ebenso einstimmig in seinem Amt bestätigt, wie sein Stellvertreter Thomas Müller-Braun. Auch alle übrigen Vorstandsmitglieder, darunter Meinhardt Frieß aus Gerhardshofen, erhielten einstimmige Voten. Als neue Revisoren wurden Fritz Brater von der Teichgenossenschaft Fürth und Roland Reckenberger aus Schornweisach von der TG Neustad/Aisch bestätigt.

Einen interessanten Vortrag hielten Dr. Oberle von der Außenstelle für Karpfenteichwirtschaft in Höchstadt und der Sprecher der Ringassistenten, Mario Migliarina aus Wilhelmsdorf. Sie stellten dabei ein neuartiges Fettmessgerät vor, dass den Fettgehalt am lebenden Karpfen messen kann. Dr. Oberle begründete die Wichtigkeit solcher Messungen damit, dass ein Karpfen mit mehr als zehn Prozent Fettgehalt nicht mehr als gute Qualität vom Verbraucher empfunden werde. Nach seinen Untersuchungen hätten Karpfen aus Polen und Ungarn in der Regel zwischen 16 und 17 Prozent Fett während tschechische Karpfen - soweit sie für den deutschen Markt produziert würden - auch dessen Geschmacksnormen einhielten.

Es müsse nach dem Appell in der Versammlung das Ziel aller Teichwirte in Mittelfranken sein, eine Qualität von nicht mehr als fünf Prozent Fettgehalt zu erzeugen. Mario Migliarina schilderte das Ergebnis von Feldversuchen an 20 Teichen im vergangen Jahr und merkte an, dass eine zu spät einsetzende Zufütterung mit Getreide in der Zeit in „der die Karpfen fressen“ zu einem deutlichen Anstieg des Fettgehalts führt. Die Untersuchungen mit dem Fettmessgerät über das auch der Fischerzeugerring verfügt, werden fortgesetzt.


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Letzte Änderung am 05. Mai 2005
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