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Aktuelles Datum 17.11.2017 22:22


Start in die Karpfensaison

Dr. Dieter Piwernetz

Betrachtung eines Karpfen
Staatsminister Dr. Günther Beckstein und der Vorsitzende des Fischerzeugerrings Mittelfranken freuen sich über die gute Qualität der neuen Ernte. Der Präsident des Mittelfränkischen Bauernverbandes Jürgen Ströbel, MdL, (li.) und der Regierungspräsident von Mittelfranken, Karl Inhofer, (re.) schauen interessiert zu.

Der Vorsitzende des Fischerzeugerrings Mittelfranken, gleichzeitig auch Vorsitzender der Teichgenossenschaft Fürth, der Landtagsabgeordnete Günter Gabsteiger, versteht es, die Probleme der Teichwirtschaft und die Serviceleistungen des Fischerzeugerrings Mittelfranken immer wieder erfolgreich ins rechte Licht zu setzen. Dieses Mal hatte Günter Gabsteiger zu einer Informationsveranstaltung an die Teiche des Ringmitglieds Claus Vogel nach Hirschneuses eingeladen. Der Ehrengast der Veranstaltung war der Staatsminister und stellvertretende Bayerische Ministerpräsident Dr. Günther Beckstein. Aber auch MdL Christa Götz und MdL Jürgen Ströbel, Präsident des Mittelfränkischen Bauernverbandes sowie der stellvertretende Bezirkstagspräsident Franz Schmidthammer mit Vertretern des Bezirkstags, der Regierungspräsident von Mittelfranken Karl Inhofer und der stellvertretende Landrat Fritz Loscher-Frühwald neben weiteren Ehrengästen und Mitgliedern waren der Einladung gefolgt.
Günter Gabsteiger und Claus Vogel gaben an den Teichen einen ersten Eindruck von der diesjährigen Karpfenernte und stellten die Qualität der neuen Ernte im Raum Hirschneuses vor. Bei der Veranstaltung erhielten die Gäste auch einen Eindruck von dem Leistungsangebot und der Leistungsfähigkeit des Fischerzeugerrings Mittelfranken.
Von den 2.043 mittelfränkischen Teichwirten, von denen 21 die Fischzucht als Haupterwerb und 2.022 im Nebenerwerb betreiben, sind immerhin 550 Teichwirte auch Mitglieder im Fischerzeugerring. Von den 7.720 mittelfränkischen Teichen mit einer Wasserfläche von knapp 10.000 ha werden 1.868 Teiche mit einer Wasserfläche von 965 ha vom Fischerzeugerring betreut. Doch erfolgreiche Arbeit allein garantiert noch nicht das Fortbestehen des Fischerzeugerrings, wenn die finanziellen Mittel nicht ausreichen. Der Fischerzeugerring Mittelfranken hat finanzielle Sorgen, wie der stellvertretende Vorsitzende des Fischerzeugerrings Thomas Müller-Braun, gleichzeitig auch Geschäftsführer der Teichgenossenschaft Neustadt an der Aisch, mitteilte. Die Zuschüsse würden beständig gekürzt und durch die Beiträge allein seien die laufenden Kosten nicht zu decken, sagte er. Ohne Zuschüsse der öffentlichen Hand ist der Fischerzeugerring Mittelfranken nicht lebensfähig. Bei den derzeitigen Erzeugerpreisen kann diese wertvolle landwirtschaftliche Selbsthilfeeinrichtung allein durch die Beiträge, die die Mitglieder aufbringen können, nicht finanziert werden. Aus diesem Grunde lädt der Ringvor-sitzende Günter Gabsteiger immer wieder die politischen Verantwortungsträger zu solchen Veranstaltungen ein, um ihnen die Arbeit des Fischerzeugerrings im wahrsten Sinne des Wortes „vor Augen zu führen“ und die Bedeutung der bayerischen Fischerzeugerringe darzustellen. Die Mitglieder bestätigen, daß durch die effektiven Serviceleistungen der Ringassi-stenten die Produktion optimiert und die Verluste reduziert werden können.
Der Bayerische Innenminister Günther Beckstein muß von der Qualität der fränkischen Karpfen und von der Bedeutung der Teichwirtschaft nicht groß überzeugt werden, er kennt die mittelfränkische Teichlandschaft. In seiner Festrede betonte er denn auch, daß allein schon wegen der Bedeutung der Fischteiche für die fränkische Kulturlandschaft und Landeskultur alles getan werden müsse, um die Teichlandschaft funktionsfähig zu erhalten. Er kenne auch die Bedeutung, die die Teichwirtschaft für den Wasserrückhalt und für die Verbesserung des Oberflächenwassers hat. Beckstein weiß aber auch von den Sorgen, die die bayerischen Teichwirte haben, seit die großen Karpfen produzierenden Länder Polen, Tschechien und Ungarn EU-Mitglieder geworden sind. Gabsteiger und Beckstein verwiesen auf die Billigimporte von Karpfen als harte Konkurrenz für die einheimischen Teichwirte. Bei der Veranstaltung wurden auch die dauerhaften und immensen Kormoranschäden in Erinnerung gebracht. Bevor es an die Verkostung der Fische ging, wurde den Teilnehmern der Veranstaltung das gesunde Lebensmittel Karpfen mit dem geringen Fettgehalt an Hand der abgefischten Exemplare vorgestellt. Auch durch diese Veranstaltung hoffen der Ringvorsitzende Günter Gabsteiger und sein Stellvertreter Thomas Müller-Braun wieder ein Stück Überzeugungsarbeit bei den politischen Entscheidungsträgern geleistet und sie von der Notwendigkeit einer finanziellen Unterstützung des Fischerzeugerrings Mittelfranken überzeugt zu haben, damit die erfolgreiche Arbeit der Fischerzeugerringe fortgesetzt werden kann.

Aus Fischer&Teichwirt 10/2004


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Letzte Änderung am 05. Mai 2005
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